Cuba in Europa - Teil 2Diese CD-Besprechung ist Teil eines Zweiteilers. Den ersten Teil findet Ihr unter Cuba in Europa - Teil 1. Sabor A Son: Para Ti Hatuey(c), (p) 1998 Romero Diaz Productions, Distribution: EMI Music France (7243 4971772 5)
Dementsprechend ist auch das Repertoire auf "Para Ti Hatuey": Außer einem Bolero ("Te Voy A Enseñar") findet man hier acht Sones ohne viel Schnickschnack. Allerdings sind nur wenige von diesen Stücken bekannte Klassiker wie "El Tren" (Miguel Matamoros), bei mindestens vier der neun Songs war die Feder des Bandleaders, Tres-Spielers, Komponisten und Arrangeurs Fino Gomez im Spiel. Manche der Eigenkompositionen sind allerdings so authentisch geraten, daß man glaubt, die Stücke schon im letzten Kuba - Urlaub gehört zu haben. Auffälligstes Stück ist sicherlich "A Mi Manera", eine Adaption des vor allem durch Frank Sinatra bekannt gewordenen "My Way". Als langsamer Son beginnend, wird dieses Duett der Gastsänger Elvita Delgado und Roberto Iglesias immer schneller und spritziger, ein herrliches Stück für die Tanzfläche. Elvita Delgado bringt mit ihrem teils französischen, teils spanischem Gesang einen guten Schuß Chanson mit ein, was erstaunlich gut in das Konzept dieses Songs paßt. Daß die CD trotz der freiwilligen Spezialisierung auf den Son keinesfalls eintönig klingt, dürfte neben den vier Sängern vor allem an den Gastauftritten einiger hochkarätiger Musiker liegen: Alfredo "Chocolate" Armenteros (Trompete), Miguel Angá Diaz (Timbales) und Bobby Allende (Maracas) sind jeweils bei einzelnen Lieder mit von der Partie und setzen immer wieder Akzente. Die Musik von Sabor A Son strahlt im Übrigen viel von der Spielfreude aus, der auch die "Alten Herren" von Afro Cuban All Stars etc. zu einem großen Teil ihren Erfolg verdanken. Das ganze wirkt sehr natürlich und kompakt; man kann sich gut vorstellen, daß die Gruppe Live sehr ähnlich klingt.
Fazit: Während "Para Ti Hatuey" von Sabor A Son einem ähnlichen Konzept wie z.B. Buena Vista Social Club folgt, ruft Cubanísimo die eleganten Tanzsäle des Havannas der 50er Jahre in Erinnerung. Beide Produktionen wirken jeweils sehr authentisch, strahlen viel Lebensfreude aus und sind auch gut zum Tanzen geeignet. Während Cubanísimo ein beeindruckendes Spektrum verschiedener Tänze anhand bekannter Klassiker abdeckt, setzen Sabor A Son eher auf selbst komponierte Sones. Eine Empfehlung einer dieser beiden CDs auf Kosten der anderen auszusprechen, hieße letztendlich Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Nicht nur deshalb, sondern vor allem weil sie wirklich tolle Musik bieten, muß ich einfach beide CDs empfehlen!
Die Titel im Überblick:
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