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Rampenlicht
Miles Pena
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Biographie

GB

Miles PenaMiles - nicht gerade ein alltäglicher Vorname für einen Kubaner. Aber eigentlich heißt er ja José Antonio Peña. Der Grund für diesen Namenswechsel war eine achtzehnmonatige Odyssee durch diverse Staaten dieser Erde. Aber fangen wir vorne an:

Schon mit acht Jahren stand der in Havanna geborene Miles Peña im Rampenlicht und spielte in dem kubanischen Kinderfilm 'Los Arifices' mit. Nach dem Abchluß seiner Ausbildung auf der prestigeträchtigen 'Amadeo Roldán Academy of Music' in Havanna wurde er bald einer der Stars der Tropicana Show, mit der er um die ganze Welt tourte. So lernte er auch seine jetzige Managerin, Lucia Kim, in der Dominikanischen Republik kennen.

Aber bis er sich dann entschloß, Kuba zu verlassen um nach größerer künstlerischer sowie persönlicher Freiheit zu streben, sollte es noch einige Zeit dauern. 1991, während eines Aufenthalts in Österreich nahm er dann eine einmalige Chance wahr: Ausnahmsweise wurden den Mitgliedern des Tropicana - Ensembles die Ausweise ausgehändigt, die normalerweise von den Sicherheitsleuten verwahrt wurden. Sofort kontaktierte er einen befreundeten Österreicher, der ihm bei der Flucht helfen wollte. Als jedoch ein anderes Mitglied der Gruppe schon vorher Reißaus nahm, sah er seine Chancen wieder schwinden. Miles sagte seinem Helfer ab. Die Sicherheitskräfte waren aufgescheucht so daß er aus Angst, bei einer etwaigen Durchsuchung könnten sie auf den verräterischen Zettel mit der Telefonnummer von Lucia Kim stoßen, diesen verbrannte - und dabei glatt einen Feueralarm auslöste. (Allerdings ist das Hotel keineswegs, wie an anderer Stelle behauptet, abgebrannt). Trotzdem war es, als die Stunde des vereinbarten und wieder abgesagten Fluchtermins näher rückte, so ruhig, daß Miles es bitter bereute, den Termin abgesagt zu haben. War es das nun gewesen? Nein! (Sonst könnten wir ja heute nicht seine in New York und Puerto Rico aufgenommenen Platten hören....)

Nachdem er mehrfach vergeblich versucht hatte, seinen Bekannten zu erreichen, verließ er trotzdem zum vereinbarten Zeitpunkt das Hotel - vorbei an schlafenden kubanischen Sicherheitsleuten. Nach bangen Minuten - würde sein Helfer trotz der Absage erscheinen? - hörte er plötzlich einen Wagen hupen - und war gerettet.

Doch damit begann erst seine lange Reise. In Österreich wurde sein Asylantrag abgelehnt und auch in den Konsulaten anderer Staaten hatte er kein Glück. Also versuchte er, zu Lucia Kims Haus in der Dominikanischen Republik zu gelangen. Doch während sie ihm ein Flugticket schickte, lief sein Paß ab. Nur mit viel Glück und Geschick gelang es ihm, trotzdem einen Ausreisestempel zu erhalten. Auf seinem Weg über die Schweiz, Holland und Venezuela hatte er immer wieder Probleme, in Venezuela wurde er sogar mehrere Tage festgehalten. Als er dann endlich in Venezuela in einem Flugzeug nach Puerto Plata saß, hörte er die Ansage "... nach Puerto Plata, Dominikanische Rep., über Havanna, Kuba". Im letzten Moment konnte er das startbereite Flugzeug verlassen und fand später endlich den Weg in die Dominikanische Republik. Dort angekommen, wählte er, sozusagen als Andenken an all die zurückgelegten Meilen, den Künstlernamen "Miles".

Das folgende Jahr verbrachte er in der Dominikanischen Republik, erhielt dort Aufenthaltsrecht und dann endlich auch das lange ersehnte Visum zur Einreise in die Vereinigten Staaten. Doch auch hier war das Glück nicht von Anfang an auf seiner Seite. Lucia und Miles wurden in so manchem Plattenstudio mit Sprüchen wie "Er ist ein bekannter kubanischer Sänger? Geht doch zur 14. Straße, da gibt's die im Dutzend billiger!" abgewimmelt. Doch sie gaben nicht auf. Schließlich organisierte Lucia Kim das Geld für die ersten Probeaufnahmen selbst. Das so entstandene Band wurde Ralph Mercado, Präsident des bekanntesten Latin - Plattenlabels RMM, in einer überfallartigen Aktion in die Hand gedrückt - und der zeigte nach kurzem Reinhören Interesse.

Seitdem geht es in der Karriere Miles Peñas steil aufwärts. 1996 hat er seine dritte CD, "Torbellino De Amor" veröffentlicht und wie auch die bisherigen Platten lieferte diese Charterfolge. Er trat mit seiner Band in dem Film "A further Gesture" auf und stand mit Größen wie Ruben Blades, Willie Colón, Celia Cruz, Oscar D'León und Tito Puente zusammen auf der Bühne. Viele seiner Lieder, wie z.B. das auf dem 'Super Cuban All Stars' Album erschienene "Mi Tierra Querida", wurden nicht nur von ihm gesungen, sondern auch komponiert.

Seie vierte CD, "Mis Ideas", ist im April '98 erschienen und dürfte ein weiterer großer Schritt in seine Karriere werden. Es ist die erste CD, die er selber produziert hat. Dabei hat er es geschafft, ihr einen eigenen Stil, seine ganz eigene Mischung zwischen Kubanischer und New Yorker Salsa, zu geben. Sieben der acht Titel dieser CD stammen aus seiner Feder und auch die meisten Arrangements sind sein Werk.

Er hat zudem den Ruf, ein besonders guter Live-Performer zu sein. Ich konnte mich bei zwei Konzerten in New York selber davon überzeugen. Er tritt weitestgehend mit den Musikern auf, die auch auf der CD zu hören sind. Es ist wirklich faszinierend, wenn er gegen Ende des Stückes anfängt zu improvisieren, wobei die gesamte Band mitmacht. Manchmal entsteht dabei ein neuer Song. Man wird ihn wohl kaum zweimal die gleiche Show geben sehen - es gibt jedes mal etwas neues, gerade in diesem Moment kreiertes. Wenn alles glatt läuft, dürfen wir ihn demnächst auf seiner ersten Europatournee begrüßen - die Termine gibt's dann selbstverständlich im Salsaholic.

Klaus Reiter


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Ranking-Hits Copyright Klaus Reiter (klaus@salsaholic.de). Letzte Änderung: 19.12.98. WEBCounter by GOWEB