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comandante

(Member)

Hallo alle zusammen,
seit ich vor einigen Jahren das erste Mal mit den verschiedenen Tanzvarianten konfrontiert wurde, frage ich mich immer noch, wofür das wichtig ist. Die Frage ob wir LA- oder cuban Style tanzen, habe ich damals mit "nein, Salsa" beantwortet und merkte gleich, dass ich mich damit als Unwissender geoutet hatte.
Wirklich begriffen, warum und wofür das wichtig ist, habe ich immer noch nicht. Kann nun ein LAer mit einer Cubanerin (oder umgekehrt)tanzen oder geht das gar nicht? Was ist der tiefere Sinn dieser Fraktionierung? Gibt es musikalisch eine Zuordnung, nach welche Musik LA oder Wanne-Eikel-Style getanzt wird?
Mir als Musiker ist es übrigens schnurzpiepegal, welcher Style auf unseren Konzerten getanzt wird. Das überhaupt getanzt wird, ist für jeden Musiker eine große Gnade. Kommt alle zu den Konzerten und tanzt, was ihr möchtet.
Aber interessieren würde es mich trotzdem, warum diese Unterschiede und Abgrenzungen überhaupt gemacht werden.
Liebe Grüße,
Max
20.03.09, 10:19:51



Klaus

(Administrator)

Hallo Max,
mir geht es recht ähnlich, auch wenn ich die Entwicklung hin zur immer stärkeren Polarisierung bzgl. Tanzstilen irgendwie nachvollziehen kann...
Als mit dem Salsa Tanzen vor etlichen Jahren begann, hat mir gerade der Umstand gefallen, dass es beim Salsa kein "falsch" oder "richtig" zu geben schien. Meine Freunde aus Peru tanzten völlig anders als der Salsateca-Betreiber aus Kolumbien, bei den Kubanern sah das wieder anders aus und wir Deutschen hatten eh unseren eigenen "Stil". Und keinen schien das zu stören, niemand sagte mir "nein, Du musst dass jetzt so machen, sonst ist es falsch" (solche Sprüche hatte ich vom Standard Tanzen satt).
Aber mit der Zeit kam eine gewisse Professionalisierung der Salsa-Tänzer: Erste Kurse im Puerto-Rican Style kamen auf, die engagierteren Tänzer begannen nicht nur tolle neue Figuren zu lernen, sondern auch ihrem Stil zu feilen. Manche fanden das toll, andere machten sich darüber lustig... und so begann für mich die Polarisierung: Hier bei uns in Aachen bildeten sich die Lager "Puerto Rican Style" und "nicht Puerto Rican Style".
Irgendwie befürchte ich, dass so etwas kaum vermeidbar ist, wenn viele Leute sich recht intensiv und mit gewissem Ehrgeiz mit einem Tema befassen - es bilden sich Standards, Trends usw.
Ich bilde mir ein, dass ich zwar einiges vom PR-Style gelernt habe, es mir aber nie habe verbieten lassen, andere Sachen zu tanzen - ganz nach Laune und Musik. Bei einer Cumbia-artigen Salsa à la Niche oder bei kubanischer Timba passt der eher fließende Stil von PR-Salsa nun mal einfach nicht, also mache ich munter meine Taps oder was sonst noch, und tanze dabei trotzdem die eine oder andere PR-Style Figur. Und ich genieße es weiterhin, dass einige Leute ihren ganz eigenen Stil tanzen, ohne darum weiteres Aufheben zu machen.
Nur leider sehen dass nich alle Leute so locker... die Diskussionen darum welcher den nun der "wahre Stil" sei erinnern mich manchmal sehr an den mit religiösem Eifer ausgetragenen Kampf zwischen Linux und Windows Fans... dabei ist es doch gerade ein grundlegendes Konzept der Salsa, verschiedenste Elemente zu verschmelzen und daraus eine leckere Soße zu machen!
So, soweit mein Senf zu diesem Thema... mich würde mal sehr die Meinung der andere Leute hier interessieren - egal ob Verfechter eines speziellen Stils oder der "frei nach Laune" Mischung!
Gruß,
Klaus

www.salsaholic.de
20.03.09, 18:06:47

radeldudel

(Member)

Ja, das kenn ich: als wir 2006 das erste Mal auf dem Salsa-Festival Hamburg waren, haben wir auch ziemlich planlos geguckt: Cuban? LA? On2? Puerto Rican? WTF?

Inzwischen habe ich reichlich getanzt, mit vielen Leuten aus verschiedenen Stilrichtungen, und mir sind dabei ein paar Dinge betreffend Stil aufgefallen.

Zum ersten, eigentlich kann man ja beliebig mischen. Cubanische Sachen im LA-Style, LA-Folgen im Cuban Style, egal. Doch wenn ich auf einem Salsa-Festival von einem LA-Kurs zu einem Cuban-Kurs gewechselt hab, brauchte ich ein paar Minuten, um in die jeweils andere Art des Tanzens reinzukommen. Ich kann nicht festmachen, woran das liegt, aber irgendwas ist da noch anders, ausser nur die Folgen.

Wir haben uns dann für den LA-Style entschieden, weil uns das als langjährige Tanzschulbesucher und ehemalige Turniertänzer eher lag als das eher runde und bewegliche Cubanische.

Was für mich überhaupt den Unterschied ausmacht: im cubanischen werden (zumindest hier) sehr viele Wickelfiguren getanzt, oft beidhändig geführt. Für solche Arm-Verwicklungen muss die Dame natürlich recht locker in den Armen sein, was bei uns hier leider oft zur Folge hat, dass die Damen generell keine Spannung in den Armen aufbauen.
Selbst eine einfache Unterarmdrehung wird zur Qual, wenn die Dame ihren Arm einfach nur locker schlackern lässt, über schwierigere Figuren mag ich gar nicht erst reden. Bremsen mit nur einem Arm? Nix da, die Dame dreht aus eigener Kraft weiter, verdreht sich eher den Arm als anzuhalten.

Und das ist inzwischen leider das, was ich mit cubanisch verbinde: Salsa ohne Spannung in den Armen der Dame, was die Möglichkeiten zum Tanz stark einschränkt.

Ich habe die Hoffnung, dass das ein lokales Problem ist, und in anderen Städten mit anderen Cuban-Schulen anders aussieht, aber hier ist es leider Realität.

Ein Salsa-Engel freuen
05.04.09, 13:03:23

ragazzoac

(Junior Member)

geändert von: ragazzoac - 28.05.09, 11:26:21

Guten Morgen,

ich dachte ich bring mich mal in diese kleine Diskussion ein zwinkern Auch ich tanze seit einigen Jahren Salsa. Früher hast du jemand aufgefordert und es wurd getanzt das die Füße qualmten. Die Erfahrung die ich damals machte. Mittlerweile brauchst du einen Tanzpass und ein polizeiliches Führungszeugnis, lach. Vor einiger Zeit forderte ich eine Frau auf und sie fragte mich, bevor wir tanzen gingen: "Sag mal..was tanzt du eigentlich für einen Stil? Chicago, NY, Londen- oder LA Style? " Ich erwiderte: " Ich hab keine Ahnung, sag du es mir, wenn du mit mir getanzt hast". Nachdem wir uns die Seele aus dem Leib getanzt hatten, ich die Dame an ihren Platz zurück brachte sagte sie zu mir: " Ich hab keine Ahnung was für einen Stil wir getanzt haben...aber es hat ne Menge Spaß gemacht.

Ich liebe es, Elemente aus verschiedenen Stilen zu mischen, zu improvisieren, einfach nach Gusto zu tanzen. Es war ein Tanz, der ohne viele Regeln aus kam. War! Ich finde es immer wieder erschreckend, dass es Menschen gibt, die daraus eine Doktorarbeit machen. Ich bin da ein wenig nostaglisch zwinkern und hoffe es nimmt mir keiner übel. Man konnte beim Salsa so wunderschön abschalten, Spaß haben die Musik fühlen und geniessen. Pfuschen ;-)und Improvisieren, wenn mal was schief geht. I love it zwinkern Heute muss du hochkonzentriert sein, es wird sich geärgert wenn was nicht klappt. Manchmal hab ich den Eindruck, es wird mit Hochleistungssport verwechselt. Natürlich sollte man sich weiterentwickeln, verändern, und trotzdem bekomme ich feuchte Augen wenn ich an die "guten alten Zeiten" denke, denn ich vermisse die Leichtigkeit, die Improvisation, und den Esprit den dieser Tanz früher hatte.

Ragazzo
28.05.09, 10:54:09



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