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Azuquita: Lo Bailado Nadie Me Lo Quita(p) (c) R & R Records 2001 (RR-5001) CD-Besprechung von Rob Lücking
Ricky Martins 1-2-3 María gehört, zusammen mit Let's Get Loud und La Bomba, zu den absoluten Abräumern auf dem Latin Dance Floor. Für Nicht-Salseros, wohlgemerkt! Für Salseros legt Azuquita auf seinem aktuellen Album als Opener eine Salsa-Version vor, die das Original an Drive noch deutlich übertrifft und gleich zeigt, wo es bei LO BAILADO NADIE ME LO QUITA langgeht: Salsa pa' bailar! Aus Panama stammen ja ansonsten keine Unbekannten; man denke nur an die Gebrüder Blades. Auch Azuquita ("Süsser"), so der Künstlername dieses Interpreten, der eigentlich Luis Camilo Argúmedes Rodríguez heisst, ist Panameño, lebt aber seit mehr als 20 Jahren in Paris und gilt als einer der Pioniere der Salsaentwicklung in unserem Nachbarland. Auch Begegnungen in seiner prä-französischen Phase lesen sich wie das Who-Is-Who der Salsa: Cortijo & Su Combo, Ismael Rivera, Sonora Matancera, Tipica 73, um nur einige zu nennen. Azuquita ist also alles andere als ein Unbekannter in der Szene, und aufgrund seines vielfältigen Talents nimmt es auch nicht Wunder, dass er die Hälfte der restlichen zehn Songs auf seinem aktuellen Album selbst geschrieben hat; die andere Hälfte stammt von Charlie D'Cali, spätestens seit RUMBA GRANDE allseits ein Begriff. Beide haben auch produziert, während "Niño" Jesus Alejandro Perez für die Arrangements verantwortlich zeichnet und sich nebenbei als Pianist und Flautista betätigt. Ja, genau, der "Niño" Jesus, welcher das kubanische Element von Ricardo Lemvo & Makina Loca ausmacht. Und das hört man dann spätestens beim Titelsong Lo Bailado Nadie Me Lo Quita, dessen flauta-gespickter Montuno an Ricardo Lemvos Hit Africa-Havana-Paris erinnert. Die Welt ist eben doch klein. In diesem Fall im positiven Sinne.
Nochmal ein Höhepunkt folgt mit der genialen Pachanga Azuquita Para Bailar; der Titel sagt allein schon alles (das Stück gab's übrigens auch schon auf seinem früheren Album LOS ORIGINALES). Hier darf auch mal das Orchester so richtig ran, allen voran "Niño" Jesus mit einem Descarga-Piano-Solo. Den runden Abschluss macht Definitivamente, als Bolero-Pop-Version bezeichnet, aber ein astreiner, schöner Bolero-Son. Insgesamt erinnert LO BAILADO NADIE ME LO QUITA an die kubanischen Stücke von Ricardo Lemvo & Makina Loca und bringt mindestens ebenso viel Drive auf die Tanzfläche. Azuquita ist rhythmisch nicht so versiert wie Ricardo Lemvo, sondern beschränkt sich auf kompromisslose Salsa-Arrangments mit effektvoll gesetzten Farbtupfern. Herausgekommen ist ein klassisches Salsa-Album (Gesamtspielzeit knapp 50 Minuten), das auch den Vergleich mit Jose Albertos DIFERENTE oder Michel Batistas DE AHI AHI... NADIE COMO EL kaum zu scheuen braucht.
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