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Konzertberichte

Für diejenigen, die nicht mit dabei sein konnten... 


Antillaanse Feesten, Indoor Caribbean Festival

(14. März '98, Antwerpen, Belgien) 

Nach 15 erfolgreichen und immer größer werdenden „Antillianse Feesten" im sommerlichen Hoogstraten (s. Bericht) gab es am 14. März 1998 die erste Indoor Version dieser Großveranstaltung im Antwerpener „Sportpaleis". Auch wenn dies eine kleine Ausgabe des Festivals war - von klein kann hier kaum die Rede sein: Der Sportpaleis faßt bis zu 18000 Zuschauer, nach Angaben des Veranstalters wurden ca. 12000 Karten verkauft. Eine solche Veranstaltung reibungslos zu organisieren ist nicht gerade einfach, aber die Veranstalter haben ihrem guten Ruf wieder alle Ehren gemacht - alles klappte Reibungslos, nur die Garderoben waren viel zu klein dimensioniert. Man konnte ungehindert über die verschiedenen Tribünen schlendern und durch die mindestens zwei Meter hohe, zweigeteilte Bühne waren die Musiker von praktisch jedem Punkt der riesigen Halle aus gut zu sehen. Während eine Band spielte wurde auf dem anderen Teil der Bühne auf- bzw. abgebaut, so daß das folgende Programm nahezu pausenlos und ohne Verspätungen (!!) eingehalten werden konnte:

19.30 Yasmin & La Perla Negra (Salsa aus Amsterdam,
als Ersatz für Orquestra Revé, die nicht aus Kuba ausreisen durften)
21.00 Tabou Combo („Compas" aus Haiti)
22.30 Oro Solido (Merengue aus der Dom. Rep.)
24.00 El Gran Combo de Puerto Rico (Salsa)
01.30 Krosfyah (Soca aus Barbados)
03.00 Bana Ok („Rumba Rock" aus Kinshasa/Congo)

Ich bin leider erst gegen 23.45 eingetroffen, so daß ich nur noch die Zugabe von „Oro Solido" gesehen habe, die selbst einen Merengue - Muffel wie mich zum Mittanzen brachte. Etwas ausführlicher will ich auf die nächsten beiden Auftritte eingehen, die ich komplett und aus nächster Nähe miterleben durfte:

El Gran Combo de Puerto Rico

Eine echte Institution ist diese Gruppe, die schon seit 1962 Salsa macht und mit verschiedenen Sängern und Musikern große Erfolge feiern konnte. In letzter Zeit ist es allerdings etwas still um sie geworden. In Antwerpen traten sie mit drei Sängern und der üblichen Orchesterbesetzung auf: Timbales, Bongos/Campana, Congas, Piano und einer verstärkten Bläser - Sektion (5 Musiker). Sie begannen ca. 5 bis 10 Minuten nach dem letzten Takt von Oro Solido und konnten so noch einiges der aufgebauten Stimmung für sich nutzen. Von Anfang an versuchten die Sänger mit eingeübten Tanzeinlagen für Stimmung zu sorgen - was mich nicht so recht überzeugen konnte. Zu oft sah es so aus, als ob die reiferen Herren Mätzchen machen würden, die ihnen selber gar nicht gefallen. Die Musik war - wie nicht anders zu erwarten - erste Sahne, aber der rechte Funken wollte nicht überspringen. Außer einem schönen Piano Solo und einer eher artistischen Einlage auf den Timbales (im wahrsten Sinne des Wortes „auf") gab es kaum Highlights. Aber es bestand ja noch die Hoffnung, daß die Band endlich richtig in Stimmung kommt und mehr aus sich heraus geht - bis dann plötzlich, nach nur einer knappen Stunde Spielzeit und einer einzigen Zugabe die Musiker die Bühne räumten. Das war nicht nur sehr enttäuschend, sondern fast schon unverschämt. Dazu kam noch, daß man so eine gute halbe auf das nächste Konzert warten mußte.

Krosfyah

Daß es auch anders geht, bewies diese junge Gruppe aus Barbados. Sie hatten schon am Vorabend in Amsterdam 5000 Zuschauer zum Kochen gebracht und konnten nun auch in Antwerpen ihren Ruf einer ausgezeichneten Live-Band gerecht werden. Zunächst einmal fingen sie fast 10 Minuten zu früh (!!!) an (ich konnt’s kaum fassen) und heizten mit allerlei Spielchen dem Publikum kräftig ein. Auch wenn ihre Musik nicht ganz meinen persönlichen Geschmack trifft: Live ist Krosfyah wirklich eine Wucht. Eine Sängerin und zwei Sänger brachten eine hippe Mischung aus Soca, Hip Hop und Reggae, begleitet von Schlagzeug, Synthie, E-Gitarre, E-Bass, Trompete und Saxophon. Ein großer Teil des Auftritts wurde dem Spiel mit den Zuschauern gewidmet, was begeistert aufgenommen wurde. Immer wieder forderten sie zum mitmachen auf, mal wurde gehüpft, dann sollten alle „sexy girls" sich zu erkennen geben (wobei eigentlich alle, die Jungs mit besonderer Freude, reagierten) und plötzlich hüpften tausende Leute auf einem Bein in die gleiche Richtung. Die eigentliche Musik war bei all’ der Party - Stimmung fast schon nebensächlich, wenngleich auch der Schlagzeuger ein beeindruckendes Solo hinlegte. Wie gesagt, mit Salsa hatte das ganze reichlich wenig zu tun, aber die Stimmung war klasse und kaum einer konnte sich ihr entziehen. Ach ja, Krosfyah ließen die schon wartenden Musiker von Bana Ok schmoren und hingen noch einige Minuten hinten dran - sie dürften damit nahezu doppelt so lange gespielt haben wie Gran Combo.

Von Bana Ok habe ich dann nur noch wenig gesehen. Nach der High-Life Show von Krosfyah wirkte ihr Auftakt eher gemächlich, wenngleich nicht uninteressant: Neben Schlagzeug, Congas, Synthie, E-Bass, Trompete und Saxophon gleich drei E-Gitarren und insgesamt vier Sänger (davon eine Sängerin) sorgten für einen äußerst üppigen und ungewohnten Sound. Aber es stand leider noch eine lange Heimfahrt an...

Übrigens wurde während der Veranstalung schon ein Highlight des kommenden Hoogstraten-Festivals (14./15. August) bekanntgegeben: Die Afro Cuban All Stars!

Insgesamt könnte auch die Indoor-Version des bekannten Festivals zu einer Institution werden, wenn es wohl auch nie den Flair des Originals erreichen wird - schon alleine weil dieses ein Open Air Event in schöner Umgebung ist.

PS: Falls jemand über die hier fehlenden oder zu kurz gekommenen Konzerte berichten will, würde ich mich über eine Mail (klaus@salsaholic.de) freuen.

Die Berichte geben persönliche Meinungen wieder. Soweit nicht anders vermerkt, stammen alle Texte von Klaus Reiter.

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